Neuigkeiten der letzten 7 Tage

News des 9. März 2010

Der TechSpot hat sich intensiv mit den Grafikkarten-Anforderungen von Battlefield: Bad Company 2 auseinandergesetzt. Nach Aussagen des TechSpot bietet das Spiel eine Crysis-ähnliche Grafikpracht mit einem Modern-Warfare-2-Feeling – das ist dann doch mal eine Ansage. Mittels der benutzten Frostbite 1.5 Engine wurde das Spiel vorwiegend in Richtung DirectX10 hin entwickelt, wenngleich auch einige DirectX11-Features auf den entsprechenden Karten benutzt werden. Zudem steht ein abgespeckter DirectX9-Renderer für die Windows-XP-Nutzer zur Verfügung, zu dessen genauen Unterschieden gab es aber leider keine erhellenden Aussagen. Mit der maximalen Grafikpracht des Spiels wird dann schnell eine gut- bis erstklassige Grafikkarte vonnöten – auch weil die Frameraten im Spiel offenbar stark schwanken und der TechSpot daher für eine gute Spielbarkeit ziemlich hohe Durchschnittsframeraten empfiehlt.

Dies mag sicherlich mit der benutzten Testsequenz zusammenhängen, welche eben keine ausgesucht langsame Szene wiedergibt, sondern nur eine allgemeine Durchschnittsperformance wiederspiegelt. Andererseits sind die Empfehlungen des TechSpot möglicherweise auch ein wenig zu drastisch – für ein Spiel, bei welchem selbst HighEnd-Grafikkarten unter 1680x1050 mit 2x Anti-Aliasing geradeso 60 fps bei einer durchschnittlichen Testsequenz schaffen, kann man vielleicht nicht ganz so kritisch ob der Höhe der benötigten Frameraten sein. Wir würden (Pi mal Daumen) in diesem Spiel eine weitgehende Spielbarkeit bei 40 fps und eine sorgenfreie Performance bei 50 fps ansetzen – das ergibt immer noch sehr hohe Anforderungen, welche kaum eine aktuelle Grafikkarte gerade unter höheren Auflösungen durchhalten kann. Denn schon auf 1920x1200 mit 2x Anti-Aliasing fallen ehrbare Performance-Grafikkarten in Richtung 40 fps ab, die Auflösung von 2560x1600 bleibt dann gänzlich einigen wenigen HighEnd-Boliden vorbehalten.

BF: BC2 weitgehende Spielbarkeit sorgenfreie Performance
1680x1050
MediumQ 2xAA
ATI RV7xx: ab Radeon HD 4770
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5750

nVidia G9x: ab GeForce GTS 250
nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 260
ATI RV7xx: ab Radeon HD 4870
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5750

nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 260
1680x1050
HighQ 2xAA
ATI RV7xx: ab Radeon HD 4770
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5750

nVidia G9x: ab GeForce GTS 250
nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 260
ATI RV7xx: ab Radeon HD 4890
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5830

nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 275
1920x1200
MediumQ 2xAA
ATI RV7xx: ab Radeon HD 4850
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5750

nVidia G9x: ab GeForce GTS 250
nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 260
ATI RV7xx: ab Radeon HD 4870
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5830

nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 260
1920x1200
HighQ 2xAA
ATI RV7xx: ab Radeon HD 4870
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5750

nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 260
ATI RV7xx: ab Radeon HD 4850 X2
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5850

nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 280
2560x1600
MediumQ 2xAA
ATI RV7xx: ab Radeon HD 4850 X2
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5830

nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 275
ATI RV7xx: ab Radeon HD 4870 X2
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5870

nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 295
2560x1600
HighQ 2xAA
ATI RV7xx: ab Radeon HD 4870 X2
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5850

nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 285
ATV RV8xx: ab Radeon HD 5870
nVidia GT2xx: ab GeForce GTX 295
Bemessungsgrundlage in diesem Spiel: weitgehende Spielbarkeit ab 40 fps, sorgenfreie Performance ab 50 fps

Andererseits ergibt sich immer auch noch die Möglichkeit, die Medium-Bildqualität auszuwählen, welche laut den vorliegenden Screenshots einen eher verschmerzbaren Bildqualitätsverlust mit sich bringt – damit dürften wohl die meisten Grafikkarten am besten laufen. Beim Wechsel auf die Low-Bildqualität steigen die Frameraten dann zwar nochmals stark an, die Bildqualität leidet aber merklich – das Spiel erinnert dann ein wenig an das allererste Medal of Honor von anno 1999. Insgesamt ergibt sich aus vorstehender Tabelle schon, daß für eine befriedigende Performance unter hoher Bildqualität bei Battlefield: Bad Company 2 mit Mainstream-Grafikkarten kaum noch etwas zu reißen ist – die Bildqualität des Spiels ist nicht nur auf dem Niveau von Crysis, sondern auch die Hardware-Anforderungen nehmen ähnliche Ausmaße an.

Allerdings gibt es heutzutage eben schon genügend gutklassiger Grafikkarten, welche aus dem Stand heraus eine vernünftige Performance unter Battlefield: Bad Company 2 abliefern, so daß man nicht mehr wie für Crysis breitflächig aufrüsten muß. In der Frage, ob ATI oder nVidia unter diesem Spiel besser wegkommen, gibt es keine eindeutige Tendenz: Normalerweise liegt alles so, wie man es allgemein erwarten würde – nur die GeForce GTX 285 an der absoluten Leistungsspitze performt vieleicht etwas niedriger gegenüber der Radeon HD 5850, als man es erwarten würde. Hier zeigt sich die kleine Neigung des Spiels zugunsten moderner DirectX11-Grafikkarten – zu sehen auch an den Ergebnissen von Radeon HD 5750/5770 gegen 4850/4870, welche oftmals ungewöhnlich nahe beieinander liegen.

Abseits dessen hat der TechSpot noch einige CPU-Skalierungstests mit verschieden getakteten Core i7 Prozessoren angestellt: Allerdings sind die dabei ermittelten Werte ziemlich ungewöhnlich, weil sich zwischen 2 und 3 GHz CPU-Taktfrequenz kaum etwas bewegt und dann oberhalb von 3 GHz Takt plötzlich größere Performancesprünge erzielt werden. So richtig eindeutig sind diese Ergebnisse daher noch nicht – aber da ein Core i7 Prozessor mit schon 2.22 GHz Takt die CPU-Performance für Frameraten überhalb von 70 fps zur Verfügung stellt, kann man wohl sagen, daß CPU-Leistung unter Battlefield: Bad Company 2 keine bedeutsame Rolle (für die durchschnittlichen Frameraten) spielt.

Beim Hardware-Mag hat man sich mit der Performance von verschiedenen Speicherausbau-Stufen bis hin zu 24 GB beschäftigt – mit durchaus ernüchternden Ergebnissen: In einem Testumfeld mit Windows Vista 64-Bit und einem Core i7-960 Prozessor mit TripleChannel Speicherinterface lag zwischen der kleinsten gemessenen Speicherbestückung von 2 GB unter einem SingleChannel-Interface-Setting und der größten gemessenen Speicherbestückung von 24 GB unter einem TripleChannel-Interface-Setting gerade einmal ein Performanceunterschied von 1,7 Prozent. Weder die deutlich größere Speichermenge noch der Sprung vom SingleChannel- zum TripleChannel-Speicherinterface haben also die Performancewerte maßgeblich beinflussen können.

Insofern kann man sich bei der Planung des Speicherausbaus eher davon leiten lassen, welche Speichermenge für die auszuführenden Programme angemessen ist – im Sinne dessen, daß der Computer immer genügend Speicher hat und die Windows-Auslagerungsdatei möglichst wenig nutzt, nicht im Sinne von mehr Performance. Dies schwankt derzeit wohl zwischen einfachem Home-PC ohne große Softwareanforderungen (2 GB Speicherausbau ausreichend) über den normalen Gamer-PC (3 oder 4 GB Speicherausbau empfohlen) bis hin zum intensiven PC-Nutzer (bis zu 6 oder 8 GB Speicherausbau teilweise nutzvoll).

News des 8. März 2010

HT4U berichten über einen neuen Intel-Sockel zum Jahresende – vermutlich ist damit der an dieser Stelle schon erwähnte Sockel 1155 für die Prozessoren aus der kommenden "Sandy Bridge" Architektur gemeint. Zu diesem war bislang noch nicht klar, ob sich Intel einfach nur einen Pin gegenüber dem bekannten Sockel 1156 einspart und daß ansonsten Sockel und Mainboards zueinander kompatibel sind – nach der Meldung von HT4U geht die Tendenz aber eher in die entgegengesetzte Richtung. Denn wenn laut HT4U die Mainboard-Hersteller nicht begeistert über diesen neuen Sockel sind, dann scheint der Sockel 1155 wohl Neuerungen in diese Richtung hin mitzubringen, auf daß keine Kompatibilität zum bekannten Sockel 1156 besteht – so daß die Mainboard-Hersteller dann wieder neue Arbeit haben. Damit wird es wohl nicht möglich sein, Mainboards mit Intel-Chipsätzen der kommenden 6er Serie einfach mit einem Sockel 1156 auszustatten und damit CPU-Support sowohl für Nehalem/Westmere als auch Sandy Bridge zu bieten.

Die derzeitigen Informationen deuten jedenfalls eher dahin, als wäre der Sockel 1155 doch inkompatibel zum Sockel 1156. Für Sandy Bridge würden damit immer auch neue Mainboards fällig, und – was viel schlimmer ist – Nutzer brandneuer Sockel-1156-Platinen würde der Upgrade-Weg zu Sandy Bridge wohl versperrt bleiben. Dies schmälert den Wert dieser Hardware natürlich nicht unerheblich, denn viele Nutzer erwarten von einem Mainboard-Neukauf, das man wenigstens ein (bedeutsames) CPU-Upgrade noch auf diesem Board betreiben kann. Andererseits ist Intel dafür bekannt, immer wieder diese Upgrade-Pfade durch neue Technologien abzuschneiden – der Nutzer soll halt im Idealfall zu jedem Prozessor auch ein neues Mainboard kaufen (mit immer einem neuen Intel-Chipsatz). AMD ist in dieser Frage bekannt nutzerfreundlicher, denn hier gibt es Sockel-Wechsel zumeist nur in größeren Abständen. Für die Prozessoren des Jahres 2011 wird aber auch bei AMD wohl ein neuer Sockel vonnöten, da AMD mit den neuen Architekturen Bulldozer und Llano doch einiges ändern wird.

Die PC Games Hardware hat sich angesehen, welche Hardware man so für den neuen Strategietitel Napoleon: Total War benötigt: Üblicherweise sind Strategiespiele zumeist reichlich CPU-lastig, manche Titel nutzen dann auch schon konsequent alle Rechenkerne selbst von QuadCore-Prozessoren (und mehr) aus. Dies trifft auf dieses Spiel aber leider noch nicht zu, Napoleon: Total War ist weiterhin auf Zweikern-Prozessoren optimiert und profitiert nur unmerklich von QuadCore-Modellen. Allerdings sollte man auch nicht unterhalb eines DualCore-Modells antreten, denn dann werden die Frameraten doch zu niedrig – ideal für Napoleon: Total War ist also ein DualCore-Modell mit hohem Takt. Und wenn die CPU-Performance erst einmal stimmt, kommt erstaunlicherweise die Grafikkarte viel stärker ins Spiel, als man angesichts dieses Genres vermuten würde.

Denn schon ab einem Core 2 Duo E6400 mit 2.4 GHz ist das CPU-Limit erreicht – ein Core 2 Duo E8400 mit 3.0 GHz ist nur minimal schneller, weil von der Grafikkarte eingebremst. Dabei wurde für diesen Test schon eine Radeon HD 5870 benutzt – Napoleon: Total War ist erstaunlicherweise ziemlich deutlich Grafikkarten-limitiert und weniger denn CPU-limitiert. Leider gibt es hierzu keine durchgehenden Messungen, aber es scheint fast so, als wäre ohne Anti-Aliasing mindestens eine gutklassige Mainstream-Karte vonnöten und für das Spielen mit Anti-Aliasing dann eine Karte der Performance-Klasse. Andererseits kann man in diesem Spiel wohl sehr viel durch Tuning herausholen: Die PCGH hat hierzu löblicherweise vieles ausgemessen und somit einige Grafikoptionen herausgearbeitet, deren Abschaltung wirklich viel an Performance herausholen kann.

Gemäß HT4U könnte es kurz- und mittelfristig zu einer Knappheit an USB 3.0 Gerätschaften kommen, da es derzeit nur einen Hersteller für die entsprechenden Controllerchips (NEC) gibt und dessen Lagerbestände kürzlich komplett aufgekauft wurden. Aber auch so sollen die Hersteller schon Schwierigkeiten mit den Controller-Nachlieferungen haben – die Nachfrage nach USB 3.0 ist also offenbar deutlich größer als gedacht. Dies deckt sich mit unserer Einschätzung, wonach USB 3.0 viel eher vom Markt angenommen werden dürfte als SATA III, da die Nutzungsmöglichkeiten von USB 3.0 breiter und der Performancegewinn (vor allem subjektiv) höher ist: Denn während SATA III im Festplatten-Bereich derzeit aus Performance-Sicht noch nicht benötigt wird und somit nur sowieso schon schnelle SSDs noch etwas schneller macht, kann USB 3.0 die sehr beliebten externen Festplatten massiv beschleunigen – noch dazu von einem niedrigen, nicht mehr zeitgemäßen Niveau aus. USB 3.0 ist daher gegenüber SATA III das deutlich interessantere neue Feature, was es nochmals mehr verwunderlich macht, daß die Chipsatz-Hersteller dieses nicht umgehend in ihre Mainboard-Chipsätze integrieren.

News des 6./7. März 2010

Aus der Diskussion zu unserem letzten Grafikkartentest (Sapphire Radeon HD 5870 vs. Zotac GeForce GTX 285 & 295) war sicherlich der Punkt mitzunehmen, daß wir keine gute Gewichtung der Ergebnisse der SLI-Lösung GeForce GTX 295 gefunden haben. Hierzu gibt es den schönen prägenden Ausspruch, daß SLI-Frames nicht genauso viel wert wie "normale" Frames sind – was aufgrund der teilweise stark schwankenden Frameraten von SLI und CrossFire absolut korrekt ist und daher natürlich auch bei der Auswertung entsprechender Benchmark-Ergebnisse zukünftig besser beachtet werden muß. Leider kann man natürlich nicht die Benchmarkbalken der GeForce GTX 295 einfach etwas abkürzen, dies wäre eine Verfälschung von real aufgenommenen Meßergebnissen – aber man kann in der Auswertung andere Maßstäbe an die SLI- und CrossFire-Testkandidaten stellen.

So enthält unser vorgenannter Test auch immer Spielbarkeits-Abschätzungen, welche sich auf die in den jeweiligen Spielen (subjektiv) benötigten Frameraten stützt. Eine Idee, um die andere Wertigkeit von SLI- und CrossFire-Frameraten besser deutlich zu machen, wäre schlicht, von den SLI- und CrossFire-Testkandidaten hierbei etwas höhere Frameraten als von den "normalen" Testkandidaten zu verlangen, um auf dieselbe Wertung kommen zu können. Beispiel: Wenn wir bei Far Cry 2 30 fps für eine weitgehende Spielbarkeit und 35 fps für eine sorgenfreie Performance ansetzen, so könnte man sagen, daß die SLI- und CrossFire-Testkandidaten hier jeweils 5 fps mehr aufweisen sollten, um dieselbe Wertung zu erhalten. Dies mag sicherlich eine ziemlich willkürliche Regelung sein, aber in der Summe trifft sie doch den Punkt, daß unter SLI und CrossFire einfach mehr fps benötigt werden, um dasselbe Spielbarkeitsgefühl zu erreichen.

weitgehende Spielbarkeit sorgenfreie Performance
Radeon HD 5870 1680x1050 4xAA: 8 von 8 Tests
1680x1050 8xAA: 5 von 5 Tests
1920x1200 4xAA: 8 von 9 Tests
1920x1200 8xAA: 4 von 5 Tests
insgesamt 25 von 27 Tests (93%)
1680x1050 4xAA: 6 von 8 Tests
1680x1050 8xAA: 4 von 5 Tests
1920x1200 4xAA: 7 von 9 Tests
1920x1200 8xAA: 4 von 5 Tests
insgesamt 21 von 27 Tests (78%)
GeForce GTX 295 1680x1050 4xAA: 8 von 8 Tests
1680x1050 8xAA: 3 von 5 Tests
1920x1200 4xAA: 7 von 9 Tests
1920x1200 8xAA: 3 von 5 Tests
insgesamt 21 von 27 Tests (78%)
1680x1050 4xAA: 6 von 8 Tests
1680x1050 8xAA: 3 von 5 Tests
1920x1200 4xAA: 6 von 9 Tests
1920x1200 8xAA: 3 von 5 Tests
insgesamt 18 von 27 Tests (67%)
GeForce GTX 285 1680x1050 4xAA: 6 von 8 Tests
1680x1050 8xAA: 3 von 5 Tests
1920x1200 4xAA: 6 von 9 Tests
1920x1200 8xAA: 3 von 5 Tests
insgesamt 18 von 27 Tests (67%)
1680x1050 4xAA: 5 von 8 Tests
1680x1050 8xAA: 3 von 5 Tests
1920x1200 4xAA: 6 von 9 Tests
1920x1200 8xAA: 3 von 5 Tests
insgesamt 17 von 27 Tests (63%)

Und da es bei dieser Auswertungsform ja explizit um das Spielbarkeitsgefühl und nicht um reine Frameraten geht, kann man das ganze wohl so probieren – Ideen zu besseren Lösungen dieser Problematik sind natürlich trotzdem willkommen. In jedem Fall kommen mit dieser Methode schon beachtbar andere Wertungen heraus: So erreicht die GeForce GTX 295 in der Diziplin "weitgehende Spielbarkeit" nur noch in 78% der Tests diese Wertung – jetzt ergibt sich schon ein klarer Unterschied zur Radeon HD 5870 (93%) und man rückt in die Nähe der GeForce GTX 285 (67%). Noch deutlicher wird es in der Disziplin "sorgenfreie Performance", wo die GeForce GTX 295 nur noch in 67% der Tests diese Marke erfüllen kann, was wiederum klar weg von der Radeon HD 5870 (78%) und nun schon sehr nahe an der GeForce GTX 285 (63%) liegt.

Die GeForce GTX 295 präsentiert sich in dieser Auswertungsform nun nicht mehr als Kontrahent zur Radeon HD 5870, sondern nur als etwas besseres Update gegenüber der GeForce GTX 285 – was wohl näher an der Praxis liegen mag als die nacken Benchmark-Ergebnisse. Dies sollte dann letztlich aber auch die Grafikchip-Entwickler anspornen, mehr bezüglich der Problematik von Mikrorucklern und allgemein schwankenden Frameraten bei SLI- und CrossFire-Lösungen zu tun: nVidia hat hier immerhin schon vorgelegt, aber ATI mit der Radeon HD 5000 Serie leider diesbezüglich gar nichts unternommen. Trotzdem kann man in dieser Frage noch mehr tun, selbst wenn dies nicht die eigentliche Balkenlänge steigert, sondern "nur" den subjektiven Flüssigkeitseindruck verbessert.

Gemäß Fudzilla sollen die seitens Tom's Hardware festgestellten Performanceprobleme der Radeon HD 5000 Serie unter 2D bzw. Windows mittels des Catalyst 10.4 Treibers gefixt werden – was wohl letztlich bedeutet, daß die teils enormen Benchmarkausschläge dieser Karten dann doch Treiber- und nicht Hardware-bedingt sind. Bei Tom's Hardware gibt es im übrigen hierzu auch noch einen zweiten Artikel zur Thematik, wo die einzelnen 2D-Funktionen unter Windows nochmals explizit ausgemessen wurden. Und selbst wenn bei der Radeon HD 5000 Serie nunmehr ein reines Treiberproblem vorliegt, so läßt sich angesichts dieser Zahlen doch sagen, das aktuelle Grafikkarten (und damit auch diese von nVidia) keine überzeugende 2D-Performance mehr haben, die integrierte Grafikchips oftmals besser dastehen. Andererseits steht hierbei immer auch der Punkt der Relevanz im Raum: Selbst die äußerst schwache 2D-Performance der Radeon HD 5000 Serie ist in der Praxis des normalen Windows-Anwenders nur unter speziellen Situationen spürbar – und wenn die 2D-Performance dann mittels Treiberupdate auf einem normalen Niveau gelandet ist, sowieso nicht mehr.

News des 5. März 2010

Zu den Mitte der Woche veröffentlichten nVidia-Treibern 196.75 hat nVidia jetzt eine Warnung herausgegeben, daß diese Treiber unter Umständen zu Hardware-Schäden (!) führen können und daher nicht zu benutzen sind. Auslöser hierfür ist ein fehlerhafter Eingriff der nVidia-Treiber in die Lüftersteuerung der Grafikkarte, welche damit unter Last unter Umständen nicht mehr mit der benötigten Lüfterdrehzahl arbeiten kann, was wegen einer zu hohen Wärmeentwicklung den Grafikchip beschädigen kann. Rein praktisch sollte allerdings vorher ein Schutzmechanismus seitens der Treiber greifen, welcher den Grafikchip bei zu hohen Temperaturen heruntertaktet oder notfalls Windows abstürzen läßt, bevor die Temperatur wirklich kritisch werden sollte. In jedem Fall hat der Treiber 196.75 aber die besagte Fehlfunktion und sollte daher nicht mehr benutzt werden.

Aus den auf der CeBIT zu sehenden GeForce GTX 470 Karten läßt sich nun auch auf das Speicherinterface dieser GF100-Variante schließen: Es wird nur 320 Bit breit sein, da auf den GeForce GTX 470 Karten "nur" 1280 MB Grafikkartenspeicher verbaut sind. Das Speicherinterface der GeForce GTX 480 wird wie bekannt 384 Bit breit sein, was Speichermengen von 1536 oder 3072 MB ergibt. Auch zur Anzahl der Shader-Einheiten gibt es halbwegs feste Informationen, wonach die GeForce GTX 470 ziemlich sicher mit den vorab angenommenen 448 Shader-Einheiten und 56 Textureneinheiten antreten wird. Bei der GeForce GTX 480 ist diese Frage wie bekannt noch nicht entschieden – es können sowohl die vollen 512 Shader-Einheiten samt 64 TMUs sein als auch eine Abspeckung á 480 Shader-Einheiten und 60 TMUs.

GeForce GTX 470 GeForce GTX 480
Chipbasis nVidia GF100, ca. 3000 Millionen Transistoren in 40nm auf ca. 500mm² Die-Fläche
Technik DirectX 11, 448 Shader-Einheiten, 56 TMUs, 40 ROPs, 320 Bit DDR Interface (bis GDDR5) DirectX 11, 480/512 Shader-Einheiten, 60/64 TMUs, 48 ROPs, 384 Bit DDR Interface (bis GDDR5)
Speichergrößen 1280 MB GDDR5 1536 oder 3072 MB GDDR5
TDP bis 225 Watt bis 300 Watt
Launch 26. März 2010
Verfügbarkeit ab 29. März 2010, größere Mengen aber wohl nicht vor Ende April 2010

Der Festplatten-Hersteller Freecom hat zusammen mit der Datenrettungs-Firma Lazarus einen neuen Dienst auf die Beine gestellt: Anti Datastrofe bietet eine Art Versicherung für die eigene Festplatte an – sollte bei dieser irgendwie ein Problem auftreten und dann Daten gerettet werden müssen, übernimmt dies Anti Datastrofe mit einer notfalls auch hochprofessionellen Datenrettung. Datenrettungs-Dienstleister gibt es zwar schon genügend, aber deren Preise sind zumeist arg abschreckend (wenngleich berechtigt) – mittels des Versicherungsmodells kann man dieses Preisproblem jedoch elegant umgehen. Sicherlich sind die 30 Euro Versicherungsbetrag pro Festplatte für drei Jahre nichts für den Massenmarkt, aber durchaus interessant für kleinere Firmen oder professionelle Computernutzer mit wichtigen Daten.

AMD hat einen kleinen Wettbewerb gestartet: Unter dem Titel "What Would You Do With 48 Cores?" wird das beste Posting, Video oder Blog gesucht, welche die Frage beantwortet, was der jeweilige Nutzer am besten mit 48 Prozessor-Kernen anfangen kann – und genau ein solches System mit vier Zwölfkern-Prozessoren gibt es dann auch zu gewinnen. Während dies aber erst einmal nur eine Promotionaktion für die neuen Server-Prozessoren von AMD darstellt, kann man allgemein betrachtet diese Frage sicherlich auch wieder an die Prozessorenbauer zurückgeben, denn dies wird wohl deren Aufgabe für die mittel- und langfristige Zukunft sein. Schließlich steht zu erwarten, daß der Massenmarkt dieses oder nächstes Jahr dann auf Vierkern-Prozessoren umschwenkt, während Sechskern- und Achtkern-Prozessoren vorerst nur absolute Nischenprodukte sein werden.

Und selbst mittelfristig wird es für AMD und Intel schon schwierig zu begründen, wieso man außerhalb von HighEnd-Anforderungen Sechskern- und Achtkern-Modelle benötigt, dafür sind weder die passende Software noch die Performanceanforderungen in Sicht. Sehr fraglich also, ob in absehbarer Zeit CPU-Designs wie Intels Forschungsprojekt "Polaris" mit 80 CPU-Kernen jemals als kaufbare Produkte realisiert werden können – nicht weil die Idee von Polaris falsch wäre, sondern weil der Übergang hin zu diesen ManyCore-Prozessoren ziemlich schwierig werden wird. Natürliche Übergangsschritte wie 16- und 32-Kern-Prozessoren sind einfach nicht im Desktop-Bereich zu sehen, dafür gibt es keine Anwendungen – und so müssen AMD und Intel mit den ManyCore-Designs eventuell ins kalte Wasser springen und einen Sprung direkt vom 8-Kern-Modell zum 80-Kern-Modell hinlegen.

Und so könnten sich ManyCore-Prozessoren – welche rein technisch betrachtet eigentlich irgendwann einmal kommen müssen – immer weiter nach hinten verschieben. Gleichzeitig könnte es sein, daß AMD und Intel mittel- und langfristig auf dem Desktop-Markt nach den Sechskern- und Achtkern-Prozessoren gegen eine Wand laufen, es keine Nachfrage für Prozessoren mit noch mehr Rechenkernen geben wird. Dann dürfte der aktuelle Kampf um mehr Rechenkerne enden und AMD und Intel müssen sich für eine gewisse Zeit ein neues Streitfeld suchen – eventuell kommt der Kampf um die Taktfrequenzen dann ja wieder zurück. Wirklich lange kann es mit immer wieder mehr Rechenkernen jedoch nicht weitergehen, dies dürfte insbesondere der Massenmarkt nicht annehmen.

Wieder etwas neues bezüglich externer Grafik für Notebooks hat sich laut Notebookcheck Gigabyte für sein Notebook M1305 einfallen lassen: In einer extra Dockingstation sitzt dort eine GeForce GT 220 des Desktop-Segments und kann von dort aus externe Displays beschleunigen. Das ganze gibt es allerdings nur als Zubehör für dieses spezielle Notebook, von einer von den Notebook-Nutzern erhofften allgemeinen Nachrüstmöglichkeit ist dieses System mal wieder Lichtjahre enfernt. Ganz allgemein bauen die Hersteller hier unserer Meinung nach derzeit deutlich am Bedarf vorbei: Gefragt sind nicht pure Auslagerungen der Grafikverarbeitung aus dem Notebook heraus, sondern vielmehr die Leistungskraft der Desktop-Beschleuniger auch für den Mobile-Einsatz – und dies zudem nachrüstbar für beliebige Notebooks.

Shortcuts: Laut HT4U soll die Radeon HD 5750 "GoGreen" von PowerColor keine zum ATI-default abweichende Taktraten aufweisen und dabei trotzdem ohne extra Stromanschluß samt passiver Kühlung auskommen. Bisherige Green-Karten (GeForce 9600 GT, 9800 GT und GTS 250) hatten immer niedrigere Taktfrequenzen als die jeweiligen Standardprodukte, was teilweise notwendig war, um den Stromverbrauch unter die 75-Watt-Grenze zu drücken. Nochmals HT4U haben sich von AMD den Turbo-Modus der kommenden Sechskern-Prozessoren bestätigen lassen: Dieser wird unter dem Namen "TurboCore" laufen, genauere Details gibt es dann zum offiziellen Launch der Thuban-Modelle für den Desktop im April. Laut nVidia soll die Umbenennungsaktion, welche zur GeForce 300 Serie führte, von wichtigen OEMs gefordert worden sein – interessanterweise ist die originale Meldung hierzu auf Bit-Tech nicht mehr vorhanden, sondern nur noch in Kopie auf Expreview.

Die ComputerBase vermeldet nun auch noch Celeron-Prozessoren auf Nehalem-Basis, genauer gesagt dem Clarkdale-Kern. Ob dies allerdings ein guter Deal ist, wäre zu bezweifeln, denn ohne HyperThreading und TurboMode sind die kleineren Clarkdale-Prozessoren (speziell der Pentium G6950) von der Pro/MHz-Leistung her nicht mehr schneller als gute Core-2-basierte Prozessoren. Laut Expreview denkt Intel zudem über weitere Prozessoren mit unlimitiertem Multiplikator nach, die neuen Modelle sollen dann auf den Nehalem-Kernen Clarkdale (Core i3/i5-6xx) oder/und Lynnfield (Core i5-7xx/i7-8xx) basieren. Und letztlich gibt es noch Andeutungen zu steigenden Hardware-Preisen: Einmal für DDR2-Speicher und einmal für Grafikkarten allgemein – und dies natürlich unabhängig des Eurokurses, welcher in letzter Zeit die Hardware in Euroland auch noch um gute 10 Prozent verteuert hat.

News des 4. März 2010

Der Heise Newsticker hat auf der CeBIT eine inoffizielle Performancemessungen mit einer GeForce GTX 470 antreten können. Details zur Hardware-Ausstattung der Karte gab es leider nicht, so daß nur die alten Gerüchte/Vermutungen bleiben, diese GF100-Version würde nur mit 448 Shader-Einheiten antreten. Als Taktraten wurden 1255 MHz Shadertakt und 1600 MHz Speichertakt genannt, wobei natürlich klar ist, daß nVidia die finalen Taktraten erst nach der CeBIT festlegen wird und daher diese Angaben nicht als in Stein gemeißelt zu betrachten sind. Dabei gilt insbesondere zu bedenken, daß bei Samples für reine Demonstrationssysteme (und dann noch auf Basis des inzwischen überholten A2-Steppings) gern mal niedrigere Taktraten angesetzt werden als sie dann die finalen Produkte haben werden.

Radeon HD 5850 Radeon HD 5870 GeForce GTX 470
3DMark Vantage, Performance 14300 17303 17156
3DMark Vantage, Extreme 6430 8730 7511
Uniengine, 4xAA 22 fps 27 fps 29 fps
Uniengine, 8xAA 19 fps 23 fps 20 fps

Trotzdem sehen die Ergebnisse der GeForce GTX 470 – auch und gerade angesichts dessen, daß es sich hier schließlich um die kleinere GF100-Ausführung handelt – schon ziemlich gut aus: Man liegt klar vor der Radeon HD 5850 und nur knapp hinter der Radeon HD 5870 zurück. Mit etwas besseren Taktraten samt einem ausgereiften Treiber ist die Radeon HD 5870 damit durch die GeForce GTX 470 schlagbar – was nicht bedeutet, daß dies so kommen wird, ist liegt halt nur im Bereich des möglichen. Damit könnte nVidia durchaus seine Zielsetzung durchbekommen, wonach die GeForce GTX 470 ein Gegner für die Radeon HD 5870 wird und die GeForce GTX 480 dann unangefochten über diesen Karten thront. Kleiner Wermutstropfen: Die Uniengine-Benchmarks zeigen erneut eine gewisse Schwäche der GF100-Karte unter 8x Anti-Aliasing, hier scheint nVidia den derzeitig klaren Vorteil ATIs auch mit dem GF100-Chip nicht gänzlich aufholen können.

Daneben hat nVidia auf der CeBIT noch einen offiziellen Test zur GeForce GTX 480 gezeigt, wo diese Karte geschätzte 30 Prozent schneller als die Radeon HD 5870 unter dem Uniengine-Benchmark war – dies würde ganz nebenbei auch zu vorstehenden Überlegungen passen. Die GeForce GTX 480 soll zudem eine TDP nahe 300 Watt haben, womit nVidia das Maximum dessen ausnutzen würde, was die verbauten Stromanschlüsse (1x pol. & 1x 8pol.) hergeben. Die GeForce GTX 470 kommt dagegen mit "nur" zwei 6pol. Stromanschlüssen daher, was deren maximale Stromaufnahme auf 225 Watt begrenzt, eine TDP in der Nähe dieses Werts ist auch bei dieser Karte anzunehmen. Auch wenn die GeForce GTX 470 damit nicht dramatisch weit weg von den ATI-Karten bezüglich des Stromverbrauchs liegt, dürfte in dieser Thematik weiterhin ein Vorteil zugunsten von ATI liegen.

Die gestern berichtete Produktidee von Shuttle mit dem "GXT" externen Grafikkarten-Gehäuse hat leider ihre Haken, wie wir inzwischen in Erfahrung bringen konnten: Denn die Anbindung erfolgt über eine PCI Express x1 Verbindung, was selbst auf dem PCI Express 2.0 Standard doch als zu wenig erscheint, um damit wirklich performante Grafikkarten ausreichend versorgen zu können. Die auf der CeBIT gezeigte Radeon HD 4650 dürfte hier geradeso das Limit dessen sein, was unter dieser schwachen Anbindung noch geht: Eine Karte des unteren Mainstream-Segments, alles schnellere wird dann durch die Anbindung ausgebremst – je schneller die Karte, umso größer der Bremseffekt. Auch scheint Shuttle das ganze nicht als offenes System zu planen, mit dem GXT-Anschluß sollen erst einmal nur einige Shuttle-Notebooks ausgerüstet werden.

So gesehen macht das ganze dann für Shuttle natürlich wieder Sinn: In diese Notebooks kommt wohl nur eine schwache integrierte Grafiklösung hinein, welcher nach dem Anschluß der externen Grafikkarte 3D-technisch durchaus deutlich auf die Sprünge geholfen werden kann, selbst nur mit einer Radeon HD 4650. Insofern passt das verhältnismäßig kleine Gehäuse, denn schnellere Grafikkarten machen mit diesem System doch keinen rechten Sinn. Und einen Vorteil hat das Shuttle-System in jedem Fall: Es werden im externen Gehäuse Desktop-Beschleuniger verbaut und nicht wie bei den bisherigen XGP-Angeboten Mobile-Grafikchips, was einen vernünftigen Preispunkt erwarten läßt. Trotzdem wäre es natürlich schöner gewesen, wenn Shuttle eine bessere Anbindung gewählt hätte, weil so bleibt das ganze doch wieder nur auf Mainstream-Performance beschränkt.

News des 3. März 2010

WinFuture berichten von einem neuen Vorstoß bezüglich externer Grafikkarten, welchen Shuttle auf der CeBIT zeigt. Dabei wird das – unserer Meinung nach – Grundproblem aller externen Lösungen endlich einmal angegangen, welches darin liegt, daß alle bisherigen Versuche nur Auslagerungen eines Mobile-Beschleunigers in ein externes Gehäuse darstellten. Damit kann man aber sowohl nicht auf das Leistungspotential der deutlich schnelleren Desktop-Beschleuniger zugreifen, bezahlt zudem den verhältnismäßig hohen Preis für die Mobile-Varianten und eine Austauschbarkeit der Grafiklösung ist auch kaum bis gar nicht gegeben. Shuttle hat sich genau dieses Problems angenommen und präsentiert ein externes Gehäuse für Desktop-Grafikkarten, welches es sowohl gleich mit Grafikkarte (auf der CeBIT gezeigt mit einer Radeon HD 4650) als auch ganz ohne Grafikkarte zu kaufen geben soll.

Sofern das externe Gehäuse von Shuttle also groß genug wäre, könnte man somit sein Notebook auch mit einer Radeon HD 5970 des Desktop-Segments paaren. Leider ist hierfür das externe Gehäuse von Shuttle klar zu klein, die benutzte Radeon HD 4650 mit ihren gewöhnlich 17 Zentimetern Kartenlänge füllt das Gehäuse schon vollkommen aus. Unter Verwendung des auf der CeBIT gezeigten Gehäuses würden also maximal Karten vom Schlag einer Radeon HD 5670 in dieses externe Gehäuse von Shuttle passen – hier ist durchaus noch einiger Optimierungsbedarf zu sehen – entweder durch größere Gehäuse oder notfalls durch die Möglichkeit, die eine Stirnwand des externen Gehäuses zugunsten längerer Grafikkarten einfach abzuschrauben. Bis zum Auslieferungstermin im dritten Quartal hat Shuttle noch Gelegenheit, sich dieser Thematik anzunehmen.

Viel interessanter wird aber werden, wie Shuttle die Anbindungs-Problematik löst. Bislang war hierzu nur soviel zu hören, daß die externen Gehäuse mit einem speziellen "GXT-Port" auf dem Notebook verbunden werden, eine Eigenentwicklung seitens Shuttle. Dieser wird vermutlich auf dem Standard für PCI Express per Kabelverbindung aufsetzen, alles andere wäre aus Performancesicht nicht zweckmäßig. Das eigentliche Problem ist dann nur, die einzelnen Notebook-Hersteller von diesem extra Anschluß zu begeistern – denn ohne Notebooks mit diesem Anschluß kein Absatz an entsprechenden GXT-Gehäusen. Hier ist die größte Hürde für diesen Ansatz zu sehen – aber sollte diese tatsächlich einmal überwunden sein, denn wird endlich einmal ein Markt an externen Grafiklösungen (zu bezahlbaren Preisen) in Gang kommen.

Auf der CeBIT hat AMD seinen neuen Mainboard-Chipsatz 890GX vorgestellt, inzwischen gibt es auch reichlich Testberichte zu diesem Chipsatz sowie entsprechenden Mainboards. Der neue Chipsatz bietet primär erst einmal nur SATA III (aka SATA 6GBit) als neues Feature an, ein nativer USB 3.0 Controller hat es leider nicht mit ins Design geschafft – etwas irritierend, denn vermutlich dürfte USB 3.0 viel mehr Anwendung finden als SATA III. Letzteres ist derzeit nur zur Anbindung schneller SSDs nutzvoll, während normale Festplatten noch nicht einmal die Grenzen von SATA II erreichen. USB 3.0 ist dagegen überall nutzvoll – sowohl externe Festplatten als auch USB-Sticks dieser Bauart sind wesentlich schneller als vergleichbare USB-2.0-Gerätschaften. Aber nun gut, mit SATA III hat man zumindest für dieses Jahr ein Feature Vorsprung gegenüber Intel, bei deren Chipsätzen SATA III und USB 3.0 derzeit immer nur mittels Zusatzchips realisiert werden können.

Allerdings hat sich USB 3.0 auf neueren Mainboards inzwischen schon breit durchgesetzt, so daß die Versorgung von Platinen mit SATA III und USB 3.0 auf Basis des AMD 890GX-Chipsatzes wohl kein Problem sein dürfte. Zudem kommt der neue Chipsatz USB 3.0 indirekt dadurch entgegen, daß die PCI-Express-Steckplätze der zum Chipsatz dazugehörigen SB850-Southbridge gleich unter PCI Express 2.0 kommunizieren – womit auch ein einzelner PCI Express x1 Steckplatz über genügend Bandbreite verfügt, um USB 3.0 auch auszureizen. Bei Intels aktueller 5er Chipsatz-Serie (Ausnahme: X58-Chipsatz) arbeiten die kleinen PCI-Express-Steckplätze leider allesamt unter PCI Express 1.1, was für USB 3.0 einfach unbefriedigend ist (wenngleich gerade externe Festplatten trotzdem massiv beschleunigt werden – aber mit der richtigen Anbindung könnte es halt noch mehr sein).

AMD verbaut auf dem 890GX natürlich wieder einen integrierten Grafikchip, wenngleich dieser kaum verändert zur Vorgängerlösung Radeon HD 4200 ist: Basis der neuen Radeon HD 4290 Grafiklösung ist weiterhin der RV620-Chip, welcher 40 Shader-Einheiten an einem 64 Bit DDR Speicherinterface bietet, es gibt halt nur mit 700 MHz gegenüber früher 500 MHz ein gutes Stück mehr Takt. Die Spieleleistung ist damit natürlich weiterhin nur unterdurchschnittlich, es reicht für spielbare Frameraten nur unter moderaten Auflösungen und der Low-Bildqualität der meisten Spiele. Dafür ist diese integrierte Grafiklösung aber wenigstens unkritisch bei der Spielekompatibilität und somit problemlos nutzbar für kleinere 3D-Anwendungen wie Google Earth und Second Life. Und etwas schneller als die "Intel HD Graphics" in den neuen Clarkdale-Prozessoren ist die Radeon HD 4290 immer noch, diesbezüglich ändert sich wenig zum vorherigen Stand der Dinge.

Schade ist allerdings, daß sich AMD wieder nicht dazu aufraffen konnte, den offiziellen Speichersupport auszuweiten – weiterhin ist DDR3/1333 das beste, was offiziell unterstützt wird (und damit in dieser Form in vielen OEM-PCs anzutreffen sein wird). Auch wenn der Performancegewinn pro Taktstufe gering ist, die Speicherindustrie bietet inzwischen einfach deutlich mehr, als was AMD hier offiziell zuläßt – und selbst wenn man sich auf JEDEC-offizielle Standards verlassen wollte, hätte man immerhin noch DDR3/1600 anbieten können. Damit kommt DDR3-Speicher performancetechnisch nach wie vor nicht wirklich vom Fleck, denn die Performance von DDR3/1333 hätte man auch mit DDR2/1066 erreichen können. Der Vorteil von DDR3 liegt derzeit fast nur bei der Speicherindustrie, welche diese Speichersorte inzwischen günstiger als DDR2 herstellen kann – der große Performanceboost durch DDR3 ist dagegen bislang ausgeblieben, die besseren Übertaktungsfähigkeiten von DDR3 einmal ausgenommen.

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